
ÜBER MICH
Vor 20 Jahren zog mein erster eigener Hund bei mir ein. Seitdem haben mich einige Hunde begleitet – und jeder brachte seine ganz eigene Lernaufgabe mit. Über die Jahre sammelte ich viel Erfahrung, half Freunden bei ihren Hundethemen, arbeitete mit großer Freude als Dogwalkerin und war ziemlich sicher: Mich haut so schnell nichts um.
Und dann kam Lu.
Eine große, wunderschöne Mischlingshündin mit breitem Kiefer und wildem Blick.
Lu nahm sich, was sie wollte. Verteidigte Betten, in die sie nicht durfte. Sie knurrte, schnappte, bellte – eskalierte bei Hundebegegnungen und jedem Geräusch im Hausflur.
Nähe? Fehlanzeige. Sie tat nur, was sich für sie lohnte, stellte uns in unserem eigenen Zuhause, verbellte jeden Besuch und musste zeitweise räumlich getrennt werden, weil ich ihr schlicht alles zutraute.
So hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Lu wahrscheinlich auch nicht.
Zwei Wochen nach ihrem Einzug standen wir in der Hundeschule. Mit einem Hund, der 60 Minuten am Stück komplett ausflippte. Nach ein paar solcher Einheiten war uns allen klar: Das kann so nicht funktionieren.
Auch der nächste Trainer brachte keine wirkliche Wende.
Die Methoden waren solide, bewährt – und funktionierten großartig. Nur eben nicht bei uns.
Heute weiß ich: Uns hat einfach jemand gefehlt, der unser gesamtes System betrachtet.
Jemand, der den Stress im Hund erkennt und unsere eigene Hilflosigkeit.
Der nicht nur an einzelnen Verhaltensweisen herumdoktert, sondern alle Ebenen mit einbezieht.
Der uns für den Charaktertyp am anderen Ende der Leine sensibilisiert.
Der ehrlich Wissen vermittelt und klar sagt, was Sache ist.
So jemanden hatten wir aber nicht.
Also hangelten wir uns von Methode zu Methode – und machten damit alles nur komplizierter. Für uns. Und für Lu.
Egal, was wir ausprobierten: Ich verstand sie nicht.
Also entschied ich mich eine Ausbildung zur Hundetrainerin für problematische Hunde zu machen, um wirklich tiefgreifend zu verstehen was wir brauchen.
Heute arbeite ich vor allem mit Hunden, die durchs Raster fallen.
In meiner Arbeit geht es mir nicht um schnelle Pflasterlösungen. Ich will tiefer schauen, Zusammenhänge verstehen, Wissen weitergeben, das berühmte Haar in der Suppe finden – und die Menschen am anderen Ende der Leine so stärken, dass sie sich selbst helfen können.



















